Aus Alt mach’ Neu

Disney plündert bekanntlich seit Jahren sein eigenes Filmarchiv, um Filme zu finden, die sich für eine Neuverfilmung eignen. In Zeiten der Wiederverwertung erfolgreicher Filmstoffe, in Zeiten also von Remakes, Fortsetzungen, Spin-offs und Prequels ist der Mickey-Mouse-Konzern mit der Neuverfilmung seiner Klassiker besonders erfolgreich. Die Strategie dabei: Zeichentrick-Filme von einst als Realfilme wiederauferstehen lassen.

In alte Schuhe tritt Disney mit diesem Vorgehen nicht, die Neufassungen sind erzählerisch und technisch immer auf dem neuesten Stand. Das lässt sich auch an den Kinokassen ablesen. Mit den Realfilm-Versionen von „Cinderella“ und „Die Schöne und das Biest“ drehte der Konzern weltweit erfolgreiche Blockbuster. Demnächst kommen auch „Das Dschungelbuch“, „Dumbo“ und „Der König der Löwen“ – um nur einige wenige Beispiele zu nennen – als Realfilm-Fassungen in die Kinos.

Der andere „Christopher Robin“-Film

Angesichts dieser Wiederverwertungsstrategie war es nur eine Frage der Zeit, bis Disney sich an eine seiner populärsten Figuren wagt: den liebenswerten Teddybär Winnie Pu. Der Charakter aus den Kinderbüchern des englischen Schriftstellers Alan Alexander Milne erfreut sich derzeit überhaupt einer großen Beliebtheit bei Filmproduzenten.

Im Juni erst startete in Deutschland mit „Goodbye Christopher Robin“ ein Film in den Kinos, in dem Pu der Bär und sein Freund Christopher eine wichtige Rolle spielen. Ein noch größeres Gewicht in der Filmbiographie nimmt allerdings der geistige Schöpfer von Pu ein. Das Drama schildert, wie Milne die Hölle des ersten Weltkrieges erlebte, bevor er schwer traumatisiert die Figur Pu erfand. Als Inspirationsquelle dienten ihm die niedlichen Kuscheltiere seines Sohnes Christopher Robin.

Disneys „Christopher Robin“ hat einen anderen Ansatz. Bei dem Film handelt es sich weder um ein Biopic über den Autor der Winnie-Pu-Bücher, noch um einen Film über Milnes Sohn. Ausgehend von den Motiven der berühmten Bücher Milnes erzählen Regisseur Marc Forster und seine Drehbuchautoren Alex Ross Perry, Tom McCarthy und Allison Schroeder vielmehr eine Art Fortsetzungsgeschichte um Pu und seinen Freund Christopher Robin.

Inhalt von „Christopher Robin“

Christopher ist längst ein erwachsener Mann. Von dem einstigen liebenswerten Spielkameraden Pus ist nicht viel übrig geblieben. Das Leben hat ihn gezeichnet. Zwar lernt Christopher eine schöne Frau kennen, mit der er ein liebes Töchterchen zeugt. Doch so idyllisch wie seine Kindheit wird sein Leben als Erwachsener nicht mehr werden. Nicht nur muss der junge Vater in den Krieg, wo er Tod und Zerstörung erlebt. Danach landet er auch noch in einem Job, den er hasst. Denn vor lauter Arbeitsstress bekommt Christopher seine Familie kaum noch zu sehen.

Als seine Frau und seine Tochter ohne ihn übers Wochenende ins Landhaus fahren, ist Christopher ganz unten angekommen. Doch dann trifft er unverhofft seinen alten Freund Winnie Pu wieder. Der hatte sich im Hundert-Morgen-Wald auf der Suche nach seinen Freunden befunden. Als er durch das Portal ging, durch das auch der kleine Christopher einst zwischen den Welten wechselte, landete er mitten in London. Für Christopher ist sein alter Freund zunächst lästig, doch mit der Zeit werden die beiden wieder beste Freunde. Vor allem lernt Christopher durch Pu wieder schätzen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

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